Faun Wasserspeier

Wasserspeier im Wandel der Zeit

Zunächst waren Faun-Wasserspeier architektonische Elemente, meist Rohre und Rinnen, die bei Gebäuden als Wasserleiter an den Dachrinnen befestigt wurden. Die Wasserspeier reichen dabei so weit von der Wand weg, dass beim Ablauf des Wassers durch den Wasserspeier dieses nicht an die Wand gelangen kann, so dass das Mauerwerk und die Wand vor der Feuchtigkeit des Wassers geschützt sind. Bereits in der Antike hatte man mit dem Problem des Wasserablaufes zu kämpfen, so dass Wasserrinnen bereits seit dem 6. Jh. v. Chr. bekannt sind. Um dem Ausschmuck von Gebäuden ab der Romanik gerecht zu werden, änderte man die zweckdienlichen Wasserspeier und bildete hieraus Fabelwesen, die oftmals das Aussehen von Tieren besitzen. An religiösen Gebäuden lassen sich häufig dämonenartige Fabelwesen finden, die den Einfluss des Teufels auf die irdische Welt widerspiegeln sollen. Sie sollen den Geistern und Dämonen einen Spiegel vorhalten und die Kirche vor dem Einfluss des Bösen schützen. In Frankreich bezeichnet man die Wasserspeier als Fabelwesen, als Gargouille, im Englischen als Gargoyle, was so viel wie „gurgeln“ heißt.

Im 20. Jahrhundert hingegen lassen sich die Wasserspeier oftmals auch außerhalb von Bauwerken wiederfinden. Nicht nur in einigen Horrorfilmen fanden sie Verwendung, auch in Disneys „Der Glöckner von Notre-Dame“ spielen drei Wasserspeier eine große Rolle. Auch Gartenliebhaber haben das Interesse für Wasserspeier und Gargoyles entdeckt. Wasserspeier zieren somit auch vermehrt Gartenteiche und Außenanlagen. Die heutigen Wasserspeier, die zu Dekorationszwecken angefertigt werden, sind zumeist aus Stein oder Kunststoff gefertigt. Auch sie besitzen, ganz nach dem Abbild ihrer Vorbilder, eine Ablaufrinne in Form eines meist kleinen Gummischlauches zwischen ihren Lippen. Besonders beliebte Modelle bei den neuern Gargoyles sind hierbei neben Tierköpfen auch Faunenköpfe.

Ein Faunus ist der altitalienische Gott der freien Natur und besser als Wolfsgott bekannt. Er ist der Beschützer der Hirten, Bauern, Gärten und Äcker und ist in vielfacher Gestalt in der Literatur und Kunst anzutreffen. An dem Festtag des Faunus, den Lupercalien, werden von Priestern Böcke geopfert, aus deren Haut anschließend Streifen geschnitten werden. Die Priester umrundeten mit diesen Riemen den Palatin und schlugen als Sühn- und Reinigungsritual damit die Entgegenkommenden. In späterer Zeit wurde der Faun oftmals auch als Satyr dargestellt, ein Fabelwesen aus der griechischen Mythologie, das halb Mensch, halb Ziege ist, stets gehörnt daherkommt und als Attribut eine Flöte bei sich trägt.

Durch die Vielschichtigkeit der Fabelwesen und Dekorationsmöglichkeiten lassen sich unendlich viele Wasserspeier kreieren. Für alle Wasserspeier, egal ob Faun, Tier oder Fabelwesen gilt, dass sie stets frontal dargestellt werden. Durch die Varietät der Möglichkeiten findet jeder Kunde den passenden Wasserspeier für seinen Garten.

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